Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU):

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Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU):
Was müssen Arbeitgeber beachten?

 

Bestimmt haben Sie schon davon gehört: Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) in Papierform (Muster 1), auch bekannt als der „gelbe Schein“, soll schon bald der Vergangenheit angehören. Ersetzt werden soll die AU durch ein elektronisches Verfahren – die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Tritt die eAU schlussendlich vollständig in Kraft, müssen Ihre Arbeitnehmer Ihnen also keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mehr vorzeigen. Stattdessen stellen Ihnen die gesetzlichen Krankenkassen die eAU-Daten elektronisch zur Verfügung. Digitalisierte Krankmeldung, um Zeit und Kosten einzusparen – klingt doch überzeugend, oder? Doch bei der Einführung der eAU ruckelt es an vielen Stellen. Aktuell gilt daher seit 1. Januar 2022 für das elektronische Verfahren noch eine Testphase.

 

Wann tritt die eAU in Kraft?

Ursprünglich sollte der Echteinsatz der eAU zum 1. Januar 2022 starten. Aufgrund technischer Umsetzungsprobleme in den Praxen und der Erschwernisse der Corona-Pandemie wurde er dann aber auf den 1. Juli 2022 verschoben und vor kurzem mit Beschluss des Deutschen Bundestages vom 18.2.2022 sogar erneut vertagt: Neuer Start für die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist nunmehr der 1. Januar 2023. Somit gilt noch mindestens bis zum 31. Dezember 2022 wie gehabt die Pilotphase, die seit 1. Januar 2022 in Kraft ist.
Sind Sie mit den gegenwärtigen gesetzlichen Regelungen rund um die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vertraut? Aktuell herrscht ein großes Chaos um die Krankschreibung. Nur wenige wissen über die neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Bescheid. Und bei vielen Arbeitgebern macht sich Unmut breit. Das Verfahren wirkt nicht ausgereift und erscheint den Betroffen als aufwändig – dabei sollte es Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die direkte digitale Übermittlung entlasten und die Bürokratie abbauen.

 

Testphase der eAU: Was müssen Sie als Arbeitgeber beachten?

In der seit 1. Januar geltenden Pilotphase der eAU müssen alle Vertragsärzte, die bereits technisch dazu in der Lage sind, die AU-Daten ihrer Patienten elektronisch an deren jeweilige Krankenkasse übermitteln. Alle anderen Ärzte händigen ihnen nach Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit zweifach Papierbescheinigungen (gelber Schein) aus – eine für die gesetzliche Krankenkasse und eine für den Arbeitgeber. Sind Sie als Arbeitgeber bereits technisch dazu in der Lage, können Sie die AU-Daten elektronisch bei der Krankenkasse abrufen. Generell gilt aktuell jedoch, dass bis zum Ende der Testphase auch alle Vertragsärzte, die bereits die eAU ausstellen, zusätzlich für die Krankenkassen Papierbescheinigungen aushändigen müssen, die der Patient an seinen Arbeitgeber fristgemäß weiterleitet. In einem nächsten Schritt ist vorgesehen, dass Arbeitnehmer Sie als Arbeitgeber lediglich über ihre Krankschreibung informieren und Sie dann die entsprechenden eAU-Daten von der Krankenkasse abrufen.

 

Was ändert sich mit der eAU – und was nicht?

Tritt die eAU nach heutigem Stand am 1. Januar 2023 vollständig in Kraft, gibt es einige Änderungen, anderes bleibt jedoch bestehen. Hier das Wichtigste in Kürze:

 

  • Arbeitnehmer müssen ihrem Arbeitgeber keine AU-Bescheinigung mehr vorlegen
  • Arbeitgeber müssen bzw. können proaktiv die AU-Bescheinigungen Ihrer Beschäftigten bei den gesetzlichen Krankenkassen abrufen
  • die Mitteilungspflicht einer Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer bleibt bestehen
  • die Nachweispflicht der Arbeitnehmer bleibt bestehen, sie müssen weiterhin ihre Arbeitsunfähigkeit und Dauer durch einen Arzt feststellen lassen

 

Mehr Zeit für technische und organisatorische Vorbereitungen

Der vollständige Echteinsatz der eAU ist aktuell zum 1. Januar 2023 geplant. Zum einen gibt dies den Praxen mehr Zeit, sich mit den technischen Details zu befassen, wie z.B. mit dem Kommunikationsstandard KIM für verschlüsselte und signierte eAU-Datentransfers, mit der Installation von Praxissoftware-Updates für die automatische Fehlerprüfung oder mit dem Anpassen der eAU-Schnittstelle. Zum anderen können auch Sie als Arbeitgeber sich mit den Einzelheiten der eAU sowie den damit verbundenen technischen und organisatorischen Problemen vertraut machen. Vielleicht möchten Sie aber die Sache gleich ganz von Ihrem Tisch haben? Dann ist es sinnvoll, die eAU komplett mit allen HR-Aufgaben einschließlich der Gehaltsabrechnung outzusourcen, zum Beispiel an bewährte Personaldienstleister wie die B.I.P. GmbH. So können Sie sich vollständig auf Ihre Kernaufgaben konzentrieren.

 

Die eAU – alles andere als nur IT

Was alles nach simpler klassischer EDV aussieht, entpuppt sich in der Realität als echte Herausforderung – für alle Beteiligten. Auch auf Sie als Arbeitgeber kommen in Sachen eAU ungeahnte Fragen zu. Hier eine kleine Exkursion in die FAQ-Welt rund um die zukünftige digitale Arbeitsunfähigkeitsbeschreibung.

 

5 Fragen rund um die eAU – haben Sie eine Antwort darauf?

  1. Wie verfahre ich mit meinen Mitarbeitern, die sich krankmelden, aber nicht zum Arzt gehen (keine eAU)?
  2. Sind meine privat krankenversicherten Arbeitnehmer mit der eAU berücksichtigt?
  3. Betrifft die eAU auch meine Minijob-Beschäftigten, was ist dabei zu beachten?
  4. Was geschieht, wenn die Arbeitsunfähigkeit meines Arbeitnehmers länger als sechs Wochen dauert?
  5. Was ist zu beachten, wenn die Krankenkasse eine eAU von einem Mitarbeitenden vorliegen hat, dieser aber zur Arbeit geht?

 

Mussten Sie bei mehreren Fragen passen? Holen Sie sich Hilfe von einem professioneller Personaldienstleister, der sich damit auskennt.

 

B.I.P. – IHR GANZHEITLICHER HR-DIENSTLEISTER

Haben Sie Fragen zum Thema Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung? Als ganzheitlicher HR-Dienstleister beraten wir Sie gerne.

 

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von Till Achim Lobenstein

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