„Sommer, Palmen, Sonnenschein ...“

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„Sommer, Palmen, Sonnenschein ...“

 

Alles was Recht ist – rund um den Urlaub

Wie schnell waren die Ostertage wieder vorüber ... Doch im Mai gibt es zum Glück jedes Jahr noch ein paar Feiertage, die das Einerlei des Berufsalltags auflockern und Gelegenheit geben, durchzuatmen. Trotzdem denken viele schon jetzt wieder sehnsüchtig an ihren bevorstehenden Sommerurlaub – an „Sommer, Palmen und Sonnenschein ...“ Mancher hat gar schon im vergangenen Jahr seine Traumreise nach Thailand oder Namibia gebucht, andere warten noch auf ein Okay von Chefin oder Chef bevor es wieder wie jedes Jahr mit der Familie an die Nord- oder Ostsee geht. Ach, Sie sind selbst Unternehmer? Und Sie wissen schon gar nicht mehr wie man das Wort U-r-l-a-u-b buchstabiert? Das ändert allerdings nichts daran, dass Ihren Angestellten die bezahlten freien Tage von Rechts wegen zustehen.

 

Wer Erholung bräuchte, verzichtet nicht selten auf Urlaub

In Deutschland gibt es dennoch gut ein Drittel Angestellte, die Urlaubstage verfallen lassen. Sie gehören statistisch paradoxer Weise – laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) – zu den Erwerbstätigen, die Erholung besonders nötig hätten. Denn hier gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Urlaubsverzicht und hoher Arbeitsbelastung: Die mit den meisten Wochenstunden verzichten, der Studie zufolge, am häufigsten auf Urlaubstage. Zu ihrem eigenen Schaden würden die Betroffenen sich damit einer "Überlastungssituation" anpassen.

 

Urlaub ist in Deutschland gesetzlich geregelt

Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch liegt hierzulande bei einer Sechstagewoche bei 24 Tagen, doch die meisten Angestellten haben etwa 25 bis 30 Tage vertraglich vereinbarten Urlaub. Hinzu kommen bezahlte gesetzliche Feiertage, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Natürlich haben wir in Deutschland rund um den begehrten Urlaub ein eigenes Gesetzbuch, das Bundesurlaubsgesetz (BurlG) – damit auch alles mit rechten Dingen zugeht. Im Urlaubsgesetz steht dann auch, dass die Wünsche des Arbeitnehmers "zu berücksichtigen" sind. Und die Rechtsprechung hat über die Jahre gezeigt: Im Vordergrund stehen dabei tatsächlich die Arbeitnehmer. Die Belange des Unternehmens sind nachrangig. Doch haben natürlich auch die Bedürfnisse des Betriebs ihre Berechtigung und am Ende entscheidet Chefin oder Chef, wer wann frei bekommt.

 

Hier einige wichtige Fragen und Antworten zum Thema Urlaub:

  • Wie sollte der Urlaub beantragt werden?

Idealerweise schriftlich, aber das ist kein Muss. Wenn es in Ihrem Unternehmen üblich ist, den Urlaub mündlich zu vereinbaren, dann reicht das aus. Klar ist, dass es keine Urlaubsgenehmigung „unter Vorbehalt“ gibt. Treffen Sie immer eindeutige Vereinbarungen.

 

  • Kann ein Urlaubsantrag abgelehnt werden?

Ja, aber nur, wenn es triftige Gründe gibt. Zum Beispiel bei „dringenden betrieblichen Belangen“ oder wenn andere Arbeitnehmer unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang haben.

 

  • Was können „soziale Gesichtspunkte“ sein?

Das können schulpflichtige Kinder sein oder chronische Erkrankungen. Aber auch das Alter oder die Betriebszugehörigkeit sollten berücksichtigt werden.

 

  • Wann gilt ein Urlaubsantrag als genehmigt?

Wird der Urlaub mündlich beantragt und wird mündlich sofort eine Zu- oder Absage erteilt, dann gilt diese und ist verbindlich für beide Seiten. Bei schriftlichem Antrag hat der Arbeitgeber ca. sieben bis zehn Tage Zeit, um zu reagieren. Kommt die Antwort später, ist dies ein neues Angebot an den Arbeitnehmer, welches jener nun wiederum annehmen oder ablehnen kann.

 

  • Kann bereits genehmigter Urlaub rückgängig gemacht werden?

Nur in absoluten Ausnahmefällen! Es müssen gravierende betriebliche Gründe vorliegen. Im Gegenzug kann ein Arbeitnehmer verlangen, dass seitens des Arbeitgebers ggf. für eine bereits gebuchte Reise die Stornogebühren übernommen werden.

 

  • Darf ein Arbeitnehmer aus dem Urlaub geholt werden?

Nein, eindeutig nicht. Laut Bundesarbeitsgericht muss ein Arbeitnehmer nicht einmal seine Urlaubsanschrift hinterlegen.

 

  • Wie viel Urlaub an einem Stück steht Arbeitnehmern zu?

Laut Bundesurlaubsgesetz stehen Angestellten mindestens zwei zusammenhängende Wochen Urlaub pro Jahr zu.

 

  • Dürfen Betriebsferien angeordnet werden?

Ja, das ist rechtlich in Ordnung. Allerdings haben Arbeitnehmer das Recht, über mindestens zwei Fünftel ihres Jahresurlaubs selbst zu bestimmen.

 

  • Kann Urlaub mit ins neue Jahr genommen werden?

Es gibt kein pauschales Recht auf Urlaubsübertragung. Der gesetzliche Urlaub dient der Erholung und soll auch genommen werden. In Ausnahmefällen besteht Anspruch, Resturlaub in das neue Jahr mitzunehmen. Z. B. wenn wegen langer Krankheit kein Urlaub genommen werden konnte oder der Antrag aus wichtigen betrieblichen Gründen abgelehnt wurde.

 

  • Besteht Anspruch auf Urlaub während der Elternzeit?

Bis zum Beginn der Elternzeit bleibt nicht genommener Urlaub bestehen. Der Urlaub verfällt nicht und kann nach der Elternzeit genommen werden. Während der Elternzeit wird der Urlaubsanspruch für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel gekürzt.

 

  • Urlaub über den Tod hinaus?

Ja, Urlaubsanspruch besteht gewissermaßen bis über den Tod hinaus – insofern, dass Erben eines verstorbenen Arbeitnehmers – so urteilte der Europäische Gerichtshof 2014 – Ausgleichszahlungen für den bis zum Tod nicht genommenen Resturlaub vom Arbeitgeber des Verstorbenen fordern können.

 

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von Martina Tangara

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