Das sollten Sie als Arbeitgeber wissen

©recardo ferrando / Dollar Photo Club;

 

Das neue Gesetz bietet Eltern mehr Möglichkeiten, ihre Elternzeit zu gestalten. Und das ohne die Zustimmung des Arbeitgebers. Personalplanung wird in so manchem Betrieb dadurch nicht gerade vereinfacht.

 

Hier die wichtigsten Änderungen für Arbeitgeber:

Jedes Elternteil kann auch zukünftig - wie bisher – drei Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen. Eltern von Kindern die am 01.07.2015 oder später geboren werden, können ihre Elternzeit aber flexibler gestalten. Neuerdings kann

  • die Elternzeit in maximal drei Blöcke aufgeteilt werden
  • mehr Elternzeit (24 Monate anstatt wie bisher 12 Monate) auch zwischen dem 3. und dem 8. Lebensjahr des Kindes genommen werden.

Soll der 3. Block der Elternzeit zwischen dem 3. und dem 8. Lebensjahr des Kindes liegen darf der Arbeitgeber innerhalb von 8 Wochen ablehnen sofern dringende betriebliche Gründe vorliegen. Für Kinder die am 01.07.2015 oder später auf die Welt kommen gilt das nicht mehr. Jetzt ist die Zustimmung des Arbeitgebers nicht mehr notwendig.

 

Anspruch auf Teilzeit

Wie bisher auch können Mitarbeiter während der Elternzeit zweimal eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit verlangen. Voraussetzungen dafür sind:

  • Sie arbeiten seit mindestens sechs Monaten im Unternehmen.
  • Mindestens für zwei Monate wird die Arbeitszeit im Schnitt auf 15 bis 30 Wochenstunden reduziert
  • Der Arbeitgeber beschäftigt in der Regel mehr als 15 Mitarbeiter
  • Es gibt keine dringenden betrieblichen Gründe die dagegen sprechen.

Betriebliche Gründe können sein:

  • Es findet sich trotz verstärkter Suche kein Ersatz
  • Die Aufgabenverteilung an andere Mitarbeiter ist unmöglich
  • Eine Personalplanung mit reduzierten Stunden ist nicht realisierbar

Allerdings sind die Anforderungen der Arbeitsgerichte sehr hoch und jeder Arbeitgeber sollte eine Ablehnung des Teilzeitersuchens gut überlegen.

 

 

Neue Anmeldefristen

Spätestens 7 Wochen vorher müssen Mitarbeiter ihren Arbeitgeber informieren wenn sie vor dem 3. Geburtstag
des Kindes Elternzeit nehmen wollen. Da hat sich nichts geändert. Auch ihren Teilzeitanspruch müssen sie spätestens 7 Wochen vorher anmelden. Haben Sie als Arbeitgeber etwas dagegen, müssen Sie das sagen. Tun Sie es nicht, gilt die Zustimmung als erteilt.

 

Andere Zeiten gelten für die Elternzeit nach dem 3. Geburtstag. Die Mitteilungsfrist wurde für diesen Fall auf 13 Wochen verlängert. Auch wenn Ihr Mitarbeiter die Arbeitszeit in dieser Phase kürzen möchte, muss er den Antrag mindestens 13 Wochen vorher bei Ihnen einreichen. Ihre Zustimmung gilt nach 8 Wochen ohne Reaktion als erteilt.

Weitere Änderungen gibt es bei den Kündigungsfristen, dem Elterngeld Plus und den Partnerschaftsmonaten. Fakt ist: Die Änderungen im BEEG (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz) sind umfangreich und kompliziert. Daher muss jeder Fall individuell betrachtet werden. Wichtig ist zu wissen, dass die neuen Regelungen nur für Kinder gelten, die am 01.7.2015 oder später das Licht der Welt erblicken. Doch es ergeben sich auch viele Fragen. Was passiert wenn die Arbeitnehmerin während der Elternzeit wieder schwanger wird? Kann es passieren, dass ich einen Mitarbeiter einstelle, der noch auf die Zeit nach dem 3. Geburtstag übertragene Elternzeit beansprucht? Ist das dann bindend für mich? Und wie sieht das mit befristeten Verträgen aus? Enden diese automatisch? Wenn Sie solche oder ähnliche Fragen haben, rufen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.

 

by B2K

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